Erdogan-Tsipras Treffen in Athen

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist in die griechischen Hauptstadt Athen mit dem Ministerpräsidenten Griechenlands, Alexis Tsipras zusammengetroffen.

Erdogan-Tsipras Treffen in Athen

Auf der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz sagte Erdogan, das Abkommen von Lausanne sei nicht mehr zeitgemäß, die bei der Umsetzung auftretenden Probleme müssten behoben werden. 

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 vermerkte Staatspräsident Erdogan, Putsche seien Griechenland ein Begriff. Die Türkei bekämpfe seit langer Zeit blutrünstige terroristische Banden. Die nach dem Putschversuch nach Griechenland geflohenen Mitglieder der gülenistischen Terrorvereinigung, FETÖ müssten unverzüglich an die Türkei ausgeliefert werden.

Erdogan erinnerte an die 250 Märtyerer des Putschversuches und betonte die Bedeutung ihrer Verurteilung und appelierte in diesem Rahmen an die griechische Justiz: verspätete Gerechitkgeit ist keine.

Im Zusammenhang mit der griechischen Minderheit in Griechenland erinnerte Erdogan an das in 1923 von elf Staaten unterzeichnete Abkommen von Lausanne und machte darauf aufmerksam, dass diesem Abkommen auch Japan angehört. Laut Erdogan umfasse das Abkommen von Lausanne nicht nur das ägäische Meer und die Inseln.

Vor der Presse machte Erdogan auf die Rechte der Minderheiten in Westthrazien aufmerksam. Erdogan zufolge sei es die Aufgabe der griechischen Regierung diese Rechte zu garantierten und zu wahren.

Auf die Mängel des Abkommens von Lausanne machte Erdogan mit Beispielen aus der Türkei aufmerksam und erklärte, laut Abkommen sei ein Patriarch bei der Reise ins Ausland auf eine Genehmigung des Präfekten von Eyüp in Istanbul angewiesen gewesen. Doch sei diese Hürde aus dem Weg geräumt worden. In Westthrazien fungiere ein ernannter oberster Mufti, dabei werde in der Türkei nicht mit einem ernannten, sondern gewählten Mufti gearbeitet. Trotz zahlreicher Vorstöße der Türkei in den letzten 15 Jahren sei in diesem Thema kein Fortschritt erzielt worden, beklagte Staatspräsident Erdogan.Wir sollten das Abkommen von Lausanne nicht gleich auf die Ägis beschränken. Laut Erdogan habe die Türkei keine Probleme mit der territorialen Integrität.

Im Zusammenhang mit den christlichen Kirchen in der Türkei sagte Erdogan, dass es bislang keine Probleme gegeben hat. Die Restaurierung des Sümela Klosters halte an. Mit Abschluss der Arbeiten werde der Ort in den Diensst der christlichen Welt gestellt. Niemand behindere die Ausübung des christlichen Glaubens. In Griechenland hingegen gebe es hinsichtlich der Moscheen Probleme.

Staatspräsident Erdogan schnitt auch die Zypern-Frage an und bekundete den Willen der Türkei nach einer dauerhaften und gerechten Lösung. Erdogan beklagte, dass bislang immer die insel-griechische Seite den Verhandlungstisch verlassen hat.

Der griechische Ministerpräsident Tsipras äußerte sich zum blutigen Putschversuch vom 15. Juli 2016 und betonte, sein Land werde die Putschisten nicht unterstützen, griechische Gerichte befassten sich damit.

Tsipras erinnerte auch an die lang anhaltende Wirtschaftskrise in Griechenland und brachte seine Hoffnung darüber zum Ausdruck, dass in den Beziehungen zwischen beiden Ländern im nächsten Jahr eine neue Seite aufgeschlagen wird.



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