Kulturschätze der Türkei (2016-52)

In der heutigen Folge unserer Programmreihe “Kulturschätze der Türkei” möchten wir Ihnen eines der Wahrzeichen Istanbuls vorstellen, den Bahnhof Haydarpascha.

Kulturschätze der Türkei (2016-52)

Der Bahnhof Haydarpascha wurde im Jahr 1908 gebaut und ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen der deutsch-osmanischen Annäherung.

 

Ab 1890 kam es zwischen dem Osmanischen Reich und dem Deutschen Reich zu einer Annäherung.  Um in dem riesigen Osmanischen Reich mit der Zeit Schritt halten zu können und die Verkehrswege sowie den Handel weiter auszubauen, wurde der Bau einer Eisenbahnlinie beschlossen.

Für den Bau der Eisenbahnlinie hatten sich die Deutschen und Engländer bemüht. Am Ende erhielten die Deutschen den Zuschlag für den Bau der Eisenbahnlinie. Die Deutschen hatten das bessere Angebot und die besseren Bedingungen. Außerdem hatte das Osmanische Reich den Verdacht, dass das Königreich England den Plan schmiedet, das Osmanische Reich aufzuteilen.  In dieser Zeit hatte Sultan Abdülahmit II. zum deutschen Kaiser Wilhelm II. eine große Freundschaft aufgebaut, den er mit “Bruder” ansprach.  Der deutsche Kaiser war drei Mal zu Besuch in Istanbul und bei seinem zweiten Besuch bekam er das Versprechen, die Eisenbahnlinie zu bauen. In Gedenken an diesen Besuch wurde der in Deutschland  gefertigte deutsche Brunnen nach Istanbul geschickt, der jetzt den Sultanahmet Platz ziert.  In dieser Zeit wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie begonnen, der in Bagdad, das damals zum Osmanischen Reich gehörte, enden sollte.  An der Kampagne zum Bau der Eisenbahnlinie hatte sich auch das Volk des Osmanischen Reiches beteiligt. Der Bau der Eisenbahnlinie wurde als ein nationales Ziel gesehen.

 

Der Bahnhof Haydarpaşa, auf der asiatischen Seite des Bosporus  gelegen, war neben dem Bahnhof Sirkeci  auf der europäischen Seite der zweite große Bahnhof Istanbuls Der Kopfbahnhof liegt innerhalb des Hafengeländes Haydarpascha. Nördlich des Personenbahnhofes befindet sich der kombinierte Güter- und Hafenbahnhof. Im Bahnhof Haydarpaşa begannen die türkischen Bahnlinien in Richtung Anatolien, Iran, Irak und Syrien. Seit 1930 war er zudem Ausgangspunkt des Taurus-Express. Der Bahnhof Haydarpascha ist eine Zwischenstation der Bosporusfähren Eminönü-Kadıköy und Karaköy-Kadıköy.

Außerdem dient er als Endpunkt der östlichen Linie der Banliyö Trenleri.  

Der Bahnhof wurde durch die Firma  Phillip Holzmann nach Plänen der deutschen Architekten Otto Ritter von Kühlmann und Hellmuth Cuno   als Ausgangspunkt der Anatolischen Eisenbahn   und in ihrer Fortsetzung der Bgdadbahn erbaut. Mit dem Bau wurde am 30. Mai 1906 begonnen, die Einweihung erfolgte am 19. August 1908. Sämtliche Fenster der Bahnhofshalle gestaltete Otto Linnemann   aus Frankfurt.

 

 

Während des Ersten Weltkriegs kam es in dem Bahnhof wegen einer Sabotage im Munitionslager zu einem Brand, der große Schäden anrichtete. Im Laufe der Zeit wurde der Bahnhof wieder instand gesetzt und erhielt sein heutiges Aussehen. Im Jahr 1979 wurde der Bahnhof Haydarpascha wegen einer Katastrophe eines Tankers auf dem Bosporus erneut beschädigt. Aber der Bahnhof wurde nach Reparaturarbeiten wieder instand gesetzt. Am 28. November 2010 kam es bei Reparaturarbeiten erneut zu einem Brand, bei dem das Dach und die 4. Etage des Bahnhofsgebäudes zerstört wurden. Das Dach wurde anschließend nur notdürftig repariert. Im Jahr 2012 wurde der Bahnhof wegen der Arbeiten des Hochgeschwindigkeitszuges für 24 Monate geschlossen. Die Strecke des Hochgeschwindigkeitszuges zwischen Ankara und Istanbul endet in Pendik, das etwas weiter  hinter Haydarpascha liegt.

Mit der  unserer letzten Folge  über den Bahnhof Haydarpascha geht unsere Programmreihe “Kulturschätze der Türkei” zu Ende.

 

 



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