Türkei-Panorama 21

Die Welt wird sich an die präventive Sicherheitsmaßnahme von Barack Obama, der bald das Weiße Haus verlassen wird, in Gestalt von Bomben, Tod, Blut und Tränen erinnern.

Türkei-Panorama 21

Ein Kommentar von Erdal Şimşek, ehemaliger Kriegsreporter

 

Jedes Jahr wird in den Weltmedien in der letzten Woche vor Neujahrsbeginn das kommende Jahr bewertet, die Erwartungen vom neuen Jahr ausgedrückt. Dabei wird außer Acht gelassen, dass das neue Jahr auf dem Fundament des ausgehenden Jahrs beginnt. Dem neuen Jahr wird mit neuen Hoffnungen entgegengeblickt. Man versucht, die Probleme der Vergangenheit zu vergessen. Als ob man sie somit loswerden könnte. Ganz im Gegenteil wachsen die Probleme damit wie ein Schneeball immer weiter und nehmen ein katastrophales Ausmaß an.

Das globale Sicherheitsproblem wurde in 2016 aufgrund der Politik von US-Präsident Barack Obama und seines Teams zum Thema Nummer Eins. Die Sicherheits-Strategie von Obama und der NEOCONS, die ihn und sein Team wie ein Oktopus umzingelt haben, hatte nicht nur für die Völker im Nahen Osten, sondern auch für Europäer gravierende Folgen.

Der Terror kommt nun nicht nur in Mombasa, Tel Aviv, Bagdad, Nairobi oder Kabil vor. Er stellt auch für die Menschen in Europa, Paris, Berlin, Rejkjavik, Rom, Brüssel, Amsterdam, Oslo und London eine wesentliche Gefahr dar. Auch die Menschen in den Industrie-, Tourismus- und sonstigen Großstädten in den USA stehen unter Gefahr. Aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Afro-Amerikanern und der damit verbundenen Polizeigewalt herrscht derzeit in den USA politische Unruhe, die auf die Ära Obamas zurückzuführen ist. Nicht nur die Afro-Amerikaner, sondern auch die Hispanics sind von dieser nahezu an Terrorismus grenzender Polizeigewalt betroffen. In mehreren Städten entstanden Ghettos, wo die lokale Polizei die Sicherheit nicht mehr herstellen kann.

All das wird als Folge der präventiven Sicherheitspolitik Obamas angesehen, der nunmehr in den amerikanischen Medien und von der Opposition als „lahme Ente“ bezeichnet wird.

Nach etwa drei Wochen wird sich Barack Obama von der Politikwelt verabschieden. Es dürfte aber Jahrzehnte in Anspruch nehmen, bis all das, was er vermasselte, wieder gutgemacht wird und die Welt zu einem sicheren Planeten für die Menschen wird. Die USA unter Obama verfolgten im Nahen Osten ihre Außenpolitik nicht mit ordentlichen Staaten, sondern mit Terrorgruppen. Ihre Politik im Irak und Syrien ist ein konkretes Beispiel der Kooperation zwischen den USA und des Terrors. Im Irak versuchen sie, in Mossul einzudringen, indem sie mit der Terrorgruppe Haschdi Schabi, deren alle Kämpfer aus kriminellen und psychopatischen Mördern bestehen, ein offizielles Bündnis eingehen. Sie beschließen sogar eine gemeinsame Operation mit der PKK, die selbst von den USA und der NATO als Terrororganisation eingestuft wird, und liefern ihr Waffen.

Auch mit der YPG, einer der wildesten Terrorgruppen im Norden Syriens, sind die USA ein Bündnis eingegangen. Diese terroristische Gruppe hat in einem Jahr Dutzende türkische Soldaten und Polizisten ermordet. Bekanntlich sind die Soldaten eines NATO-Mitglieds wie die Türkei gleichzeitig Soldaten der NATO. Obama hat in seiner Kooperation mit Terrororganisationen nicht nur die Türkei und andere Verbündete in der Region ignoriert, sondern auch die NATO selbst. Das noch schlimmere dabei ist, dass sie auch der Terrormiliz IS angeblich aus „Versehen“ tonnenweise Waffen und Arsenal geliefert und sie logistisch unterstützt haben. Jahrelang sahen sie nur zu, wie der IS unter Bürgschaft des Iran der Regierung von Assad Erdöl verkaufte.

Während dieselbe Administration Obamas im Irak und Syrien mit den Streitkräften von insgesamt 65 Ländern, darunter auch NATO-Staaten, gemeinsam handelt, hat sie es bevorzugt, mit terroristischen Organisationen wie die PKK, Haschdi Schabi und IS zusammenzuarbeiten. Grund dafür ist angeblich die Strategie der präventiven Maßnahmen. Leider mussten wir mitbekommen, wie hoch der Preis für diese Strategie war.

Die präventive Sicherheitsmaßnahme der Obama Administration hat selbst eine Torheit ermöglicht, im eigenen Land einen Terroristen zu beherbergen. Der Anführer der weltweit gefährlichsten und am meisten verbreiteten Terrororganisation, Fetullah Gülen lebt in den USA, beinahe einen Steinwurf von Washington entfernt. Doch die Obama-Administration und die US-Sicherheitsbehörden haben aufgrund ihrer Nahost-Politik die Aktivitäten dieses Terroristen toleriert und ihn niemals zur Rechenschaft gezogen.

Die Welt wird sich an die präventive Sicherheitsmaßnahme von Barack Obama, der bald das Weiße Haus verlassen wird, in Gestalt von Bomben, Tod, Blut und Tränen erinnern.

 

 



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