Türkei-Agenda

Die Entwicklungen in der Türkei und in Nahost.

Türkei-Agenda

Die Zukunft von all den negativen Entwicklungen in Syrien, im Irak und letzten Endes in Nahost hängt von der Einstellung des designierten US-Präsidenten Donald Trump ab, der am 20. Januar seinen Posten von Barack Obama übernehmen wird. Zweifelsohne ist es eine große Diskussion, ob die USA für die Gewährleistung des Gleichgewichts in der Region eine Rolle spielen werden. Aber bis März-April wird es sich herausstellen, wie Washington, Donald Trump und sein Team sich der Sache annähern. Bis zu diesem Zeitpunkt werden alle Akteure, einschließlich die Türkei versuchen, die obere Hand am Verhandlungstisch für sich zu gewinnen, möglichst rasch handeln um möglichst viele Trümpfe zu sammeln. So ist die aktuelle Lage. Die zwischen der Türkei, Russland und dem Iran vereinbarte Waffenruhe in Syrien  bedeutet gleichzeitig die Vertreibung von denjenigen, die die Region in eine Hölle für unschuldige Menschen verwandelt haben. Der stellvertretende russische Außenminister Sergeij Rybakow hatte am 23. Dezember gesagt, dass Russland, der Iran und die Türkei im Thema Syrien keine geheime Tagesordnung haben. Der Westen müsse den Syrien-Vertrag respektieren. Die USA und EU könnten nicht über alle Artikel im Vertrag zufrieden sein. Man müsse sich daran gewöhnen. Die USA waren sogar vom russischen Präsidenten Wladimir Putin als einzige Supermacht definiert worden. Putin hatte beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg die USA als Große Macht definiert. Wir sprechen hierbei möglicherweise von einer einzigen Supermacht. Wir akzeptieren das. Wir wollen mit den USA zusammenarbeiten und sind dafür bereit, hatte Putin gesagt.

Obama und sein Team hatten nur vor sechs Monaten dieses Angebot zurückgewiesen. Diese Haltung stieß in Washingtoner Kreisen auf harte Kritik. Aber die USA könnten dieses Angebot in den kommenden Monaten erneut bewerten. Aber wie?

Die USA könnten es wahrnehmen oder verdauen, dass Russland, die Türkei und der Iran in Syrien eine neue Ordnung herstellten. Aber die USA dürften die Schwächung der Beziehungen zwischen der Türkei und dem Westen nicht zulassen. Sie dürften niemals zulassen, die Türkei zu verlieren, heißt es in dem Kommentar der US-Zeitung Washington Post vom 22. Dezember.

Das Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara, Andrej Karlow ist kurz vor dem Gipfeltreffen zwischen der Türkei, Russland und dem Iran verübt worden.

Der Anschlag in Beşiktaş fand im Vorfeld des Kasachstan-Besuchs von Staatspräsident Erdoğan statt und wurde vertagt. Am Tag des Anschlags verabredeten sich die Staats- und Regierungschefs von Russland, der Türkei und Kasachstans auf einen Termin. Es wurde behauptet, dass laut dieser möglichen Übereinstimmung die Verwaltungen des Iran und Russlands sowie das syrische Regime einen gemeinsamen Kampf gegen die Terrororganisationen PKK/PYD starten würden.

Ministerpräsident Binali Yıldırım hatte in seiner Erklärung kurz nach dem Anschlag gesagt, dass diese Ausstellung eigentlich über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der türkisch-russischen Beziehungen handelt und sehr wichtig sei. Die Ausstellung, bei dem Karlow getötet wurde, fand unter dem Motto “Von Kaliningrad bis nach Kamchatka” statt. Am selben Abend wurde Deutschland ebenfalls mit einem Terroranschlag erschüttert.

Die Erklärung von Russland stellte dar, dass das Staatspräsidium und der Kreml den Anschlag und die Hintermänner aus derselben Perspektive betrachteten.

Die Ermordung eines Botschafters einer Supermacht ist immer ein wichtiges Ereignis. Es ist aber auch sehr wichtig, dass so eine Krise innerhalb von Stunden überwindet wird. Der Beitrag von Staatspräsident Erdoğan bei diesem Prozess ist zweifelsohne sehr groß. Russland schaltete rasch den UN-Sicherheitsrat ein, der das Attentat verurteilte. Russland hat das Attentat nicht nur als ein regionales Problem betrachtet.


Lassen sie uns die Themen chronologisch unter die Lupe nehmen:

16. Dezember: Das US-Außenministerium und CIA haben sich wegen der Behauptung, wonach die Türkei mit der Terrororganisation DEASH Erdöl-Handel betreibe, bei Ankara entschuldigt. Es wurde daran erinnert, dass sich Russland wegen derselben Behauptung bei der Türkei nicht entschuldigt hat.

18. Dezember: Nach Angaben von US-Präsident Barack Obama verfügt die Türkei über eine perfekte Armee. Trotzdem habe man in Syrien keine Ordnung herstellen können.

19. Dezember: Ein russisches Militärflugzeug mit 39 Menschen an Bord stürzt in Sibirien ab. 

19. Dezember: Die EU hat die Sanktionen gegen Russland offiziell verlängert.

19. Dezember: Nach Angaben von Russland wird die Staatsduma das Energie Projekt Turkish-Stream ratifizieren

19. Dezember: der russische Botschafter in Ankara Andrej Karlow wird ermordet

19. Dezember: Ein Funktionär des russischen Außenministeriums wird in seinem Haus in Moskau tot aufgefunden.

21. Dezember Kreml: USA und Russland frieren Kommunikationskanäle ein

24. Dezember: NATO-Rechnungsprüfer Yves Chandelon wurde tot in seinem Auto

aufgefunden. Er hatte eine Kugel im Kopf.

25. Dezember: Ein russisches Passagierflugzeug vom Typ TU-154 mit 93 Menschen an Bord ist nach dem Start in Sotschi über dem Schwarzen Meer abgestürzt. Keiner überlebte das Unglück.

26. Dezember: Bombenalarm in Moskau. Tausende Menschen wurden aus 3 U-Bahnstationen evakuiert.

26. Dezember: Der Vertraute des Vorsitzenden des russischen Erdölunternehmens Rosneft Igor Sechin und ebenfalls Rosneft Funktionär Oleg Erovinkin wurde in seinem Auto tot aufgefunden. Erovinkin war ein General des russischen Nachrichtendienstes FSB und arbeitete seit 1976 für den sowjetrussischen Nachrichtendienst KGB.

26. Dezember: der Kulturreferent der irakischen Botschaft



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