Aus der Perspektive der Türkei (2018-02)

Aus der Perspektive der Türkei.

Aus der Perspektive der Türkei (2018-02)

Die Todesurteile der Militärgerichte in Ägypten in der vergangenen Woche und die Vollstreckung des Todesurteils gegen 19 Häftlinge haben die Aufmerksamkeit auf das Führungskader der Muslim-Brüderschaft gerichtet.   

                      Die Todesstrafe gegen 15 Personen wegen den Terroranschlägen auf der Sinai-Halbinsel ist in der letzten Woche des Jahres 2017, am 26. Dezember vollstreckt worden. Vier weitere Personen sind wegen dem Bombenanschlag in Kerf-as-Scheich eine Woche später, am 2. Januar hingerichtet. Offiziellen Angaben zufolge waren die hingerichteten Häftlingen Mitglieder der Terrormiliz DEASH und  radikalen Organisationen wie Beit al-Makdis.

Über eine Mitgliedschaft oder Verbindungen zur Muslim-Bruderschaft der in 2017 hingerichteten ersten Gruppe von 15 Verurteilten sind keine Angaben gemacht worden.

Aus den Kulissen in Kairo konnten eine Woche lang keinen vertrauenswürdigen Informationen aus offiziellen oder inoffiziellen Quellen erhalten werden.

Aber nach der Hinrichtung der vier Häftlinge eine Woche später, am 2. Januar änderte sich die Lage teilweise.   

Die der Muslim-Bruderschaft nahen Medienorgane, die außerhalb von Ägypten berichterstatten, bewerteten das Thema aus einem unterschiedlichen Aspekt und kritisierten das Gerichtsverfahren gegen die Verurteilten.   

Nach Angaben einiger inoffizieller Quellen in Kairo befanden sich unter den Hingerichteten auch Mitglieder der Muslim-Bruderschaft.

Einer namentlich nicht genannten und der Bewegung nahestehenden Person zufolge waren die alle vier am 2. Januar Hingerichteten Mitglieder der Muslim-Bruderschaft oder der Bewegung nahestehende. Von den am 26. Dezember hingerichteten Personen sollen demnach zwei Mitglieder der Muslim-Bruderschaft gewesen sein.

Demnach waren also von den innerhalb von acht tagen hingerichteten 19 Personen sechs Mitglieder der Muslim-Bruderschaft. Warum hat es keine Erklärung Muslim-Bruderschaft gegeben?

Dazu gibt es verschiedene Gründe. Der erste Grund ist, dass die besagten Personen wegen Terrorismus verurteilt und hingerichtet worden sind. Sollte die Mitgliedschaft bestätigt werden, könnte dies zur impliziten Akzeptanz führen die Terrororganisation-Vorwürfe gegen die Muslim-Bruderschaft führen. Dies wiederum würde nur den der Verwaltung nahestehenden Kreisen und Medien dienen.

Der zweite Grund ist, dass im Vorfeld der Wahlen nicht die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erweckt werden soll. Das ägyptische Volk denkt in letzter Zeit hauptsächlich an die hohen Unterhaltskosten und das niedrige Einkommen. Dafür wird die Regierung verantwortlich gemacht. Im Vorfeld der für April vorgesehenen Präsidentschaftswahl könnte eine mögliche Erklärung die Muslim-Bruderschaft, die seit Jahrzehnten zum „Sündenbock“ gemacht wurde, erneut  zur Zielscheibe werden.    

Der dritte Grund ist die Ahmet Shefik-Angelegenheit. Einwände und heftige Proteste gegen die Hinrichtungen durch die Muslim-Bruderschaft könnten zu Kommentaren führen, dass die Bewegung bei einer möglichen Kandidatur von dem Ministerpräsidenten der Hüsnü Mubarak-Ära, Ahmed Shefik mit ihm kooperieren wird.   

Es hat den Anschein, dass die Führung der Muslim-Bruderschaft im Vorfeld der Wahlen die Aufmerksamkeit des Volkes über die Medien nicht auf sich lenken will und dadurch eine erneute Erklärung zum „Feind“ befürchtet. Deshalb bevorzugt die Führung der Muslim-Bruderschaft es zu schweigen.  

Die möglichen Folgen der stillen Reaktion.

Es wird befürchtet, dass die Fortsetzung des Schweigens oder des stillen Protests die Vollstreckung der Todesstrafen sich auf den Führungskader der Muslim-Bruderschaft ausweiten könnten.

Denn gegen einige hochrangige Mitglieder der Muslim-Bruderschaft liegen Todesurteile vor. Die Urteile gegen die besagten Mitglieder wurden von Gerichten erster Instanz gegeben. Einige Urteile wurden von Gerichten höherer Instanzen revidiert. Einige Verfahren hingegen halten noch an.



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