Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-19)

Angespannte Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei wegen der Ägäis-Krise.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-19)

Eine Bewertung von Dr. Cemil Doğaç Ipek von der Atatürk Universität.

Der Ägäis-Krise zwischen der Türkei und Griechenland ist eine neue Dimension verliehen worden. In der heutigen Folge unserer Sendereihe wollen wir dieses Thema und dessen Auswirkungen auf die türkische Außenpolitik in die Hand nehmen.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland sind wegen einer neuen Krise in der Ägäis-Frage erneut angespannt worden. Grund dafür sind die sich in Griechenland aufhaltenden Mitglieder der Gülenistischen Terrorvereinigung FETÖ zusammen. Obwohl die terroristischen Aktivitäten dieser Personen bewiesen wurden, will   Athen sie nicht an die Türkei nicht ausliefern.

Die Erinnerungen sind noch frisch, wie Griechenland in den vergangenen Jahren die Terrororganisation ASALA sowie die Terrororganisation PKK und Terroristenführer Abdullah Öcalan unterstützte. An dieser Stelle wird davon ausgegangen, dass die Ursache für die Nicht-Auslieferung der FETÖ-Mitglieder, politische Rechnungen von Griechenland sind. Es sollte notiert werden, dass die Krise in der Ägäis-Frage mit den Erklärungen des griechischen Verteidigungsministeriums und des Außenministeriums gegen die Türkei angefacht wurden. Es wird auch davon ausgegangen, dass der Auslöser der Krise, die Nicht-Auslieferung der auf türkischen Territorium festgenommenen zwei griechischen Soldaten sei. Auf der anderen Seite ist sich die griechische Regierung dessen bewusst, dass sie mit ihrer begrenzten militärischen Macht keine Bedrohung für die Türkei darstellen kann. In diesem Zusammenhang sollte man es so bewerten, dass Athen mit diesem Zug die Aufmerksamkeit seiner eigenen Öffentlichkeit auf ein unterschiedliches Thema ziehen möchte und somit die Tagesordnung ändern will.

Damit tritt möglicherweise der Gedanke in den Vordergrund, die Türkei als eine Bedrohung gegen EU-Territorien darzustellen und zusätzliches Geld vom EU-Haushalt zu bekommen. Die Einstellung des griechischen Verteidigungsministers Kammenos unterstützt diese These. Aber diese Spannung steht in Wirklichkeit nicht im Einklang mit den Interessen von Griechenland. Die von der griechischen Öffentlichkeit stammenden Reaktionen sind ein Anzeichen dafür, dass die Türkei in Griechenland immer noch einen gemäßigten Partner finden kann.  

Wie man sich erinnert, hatte der griechische Verteidigungsminister Kammenos in den vergangenen Wochen während eines Militärmanövers in der Ägäis die Türkei als einen provozierenden Feind bezeichnet und die Entsendung von zusätzlichen 3.500 Soldaten auf die griechischen Inseln bekannt gegeben. Außerdem werde Athen in den kommenden Tagen 3.500 weitere Soldaten an der griechisch-türkischen Grenzregion stationieren. Diese Worte von Kammenos hatten nicht nur bei den türkischen-, sondern auch bei den griechischen Medien großes Echo ausgelöst. Kurz danach hatten griechische Medien behauptet, wonach Ministerpräsident Alexis Tsipras, Kammenos wegen seiner Worte warnen werde.

Als Reaktion auf die Erdölsucharbeiten von Griechenland und der Inselgriechischen Administration im östlichen Mittelmeer verwirklichte die Türkei im ägäischen Meer ein Seemanöver. Daraufhin bereitete Griechenland ebenfalls ähnliche Manöver vor, was von Ankara als eine Provokation bewertet wird.

Man kann davon ausgehen, dass die Absicht zur Besiedlung der türkischen Inseln in der Ägäis, sowie die Besetzung im letzten Augenblick durch Griechenland, Kammenos ermutigt hat. Eigentlich wäre es richtig, wenn Kammenos, der eigentlich eine logische Person ist, die Reaktionen von bestimmten Kreisen über die Besatzung der türkischen Inseln berücksichtigt und auf seine Provokationen verzichtet. Wenn es so weitergeht, wird in Griechenland ein neuer Prozess der Instabilität beginnen.

Für die Lösung der umstrittenen Themen zwischen beiden Ländern stehen viele Fragen offen. Auf der anderen Seite werden die griechischen Inseln aufgerüstet, die eigentlich unbewaffnet sein sollten. Eine dieser Probleme ist die Festlandsockel-Frage im ägäischen Meer, wofür die Parteien keine Lösung finden können. Ein weiterer Faktor für die angespannten Beziehungen sind die Festnahmen von türkischen und griechischen Bürgern, die die Grenze illegal passierten. Eine Lösung der Spannung in der Ägäis kann mit der Wiederherstellung des gegenseitigen Vertrauens gewährleistet werden.

Eine Lösung des Streits ist mit der Auslieferung der nach Griechenland geflüchteten türkischen Militärs an die Türkei, dem Verzicht auf die Erdgassucharbeiten im östlichen Mittelmeer, sowie dem Verzicht auf Provokationen griechischer Sicherheitskräfte im ägäischen Meer möglich.



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