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Kolumne von Staatspräsidiumssprecher in Daily Sabah

Grundregel der türkisch-amerikanischen Beziehungen: Gegenseitiger Respekt und gemeinsame Interessen

Kolumne von Staatspräsidiumssprecher in Daily Sabah

 

Die Beziehungen zwischen der Türkei und USA können gerettet und verbessert werden, wenn die US-Regierung die Sicherheitsbedenken Ankaras ernst nimmt.

 

In den letzten Jahren haben Schritte durch die US-Führung zu einem ernsten Vertrauensbruch sowohl auf Ebene der Behörden als auch der Bevölkerung geführt.

Obwohl die Türkei den Anti-DAESH-Koalitionsstreitkräften beitrat und ihr die Möglichkeit bot von der Incirlik-Luftwaffenbasis DAESH-Terroristen anzugreifen, waren die Vereinigten Staaten nicht bereit für die Befreiung von Rakka mit der türkischen Armee zusammenzuarbeiten. Stattdessen haben sie sich mit den syrischen Ablegern der PKK, YPG, zusammengetan, obwohl dieser auch von der CIA so anerkannt wird.  

Washingtons faustischer Pakt mit dieser Terrorgruppe, der von der Obama-Regierung als "vorübergehend, transaktional und taktisch" eingestuft wurde, ist im vergangenen Jahr von der Trump-Regierung angenommen worden. Zwar hat sich die derzeitige US-Führung sich allmählich von der Strategie des US-Zentralkommandos (CENTCOM) distanziert und im Rahmen dieser Bemühungen einem Fahrplan für den langersehnten Abzug der YPG aus Manbidsch zugestimmt, aber das Ausbleiben einer konkreten politischen Kursänderung belastet weiterhin die türkische-amerikanischen Beziehungen. Die Türkei darf zu Recht erwarten, dass sich die USA ohne Verzögerung von den YPG-Militanten, die derzeit mit dem Assad-Regime verhandeln, distanzieren.

Gleichzeitig führte die Weigerung der Trump-Regierung von konkreten Schritten zur Untersuchung und Verfolgung von Verbrechen der gülentischen Terrorvereinigung (FETÖ) auf amerikanischem Boden zu einer Enttäuschung bei der Türkei. Außerdem hat das US-Justizministerium, trotz des Auslieferungsvertrags mit Washington, nichts unternommen, um die Auslieferung von Fetullah Gülen voranzutreiben. Die entmutigte und frustrierte türkische Regierung beharrte auf ihrer Geduld, selbst als das US-Justizsystem eine Führungsperson der Halkbank, Mehmet Atilla, auf der Grundlage von fabrizierten Beweise der FETÖ zur Zielscheibe genommen hat.

Unter diesen Umständen war es für die türkischen Behörden schwierig den unausgewogenen Reaktionen der Trump-Regierung einen Sinn zu verleihen, die zu glauben schien, auf diese Weise die rechtlichen Probleme eines US-Bürgers durch Drohungen in den sozialen Medien lösen zu können. Wie die türkischen Behörden wiederholt klarstellten, ist die politische Führung unseres Landes nicht in der Lage, sich in Gerichtsverfahren unserer unabhängigen Justiz einzumischen. Ob der US-Bürger Andrew Brunson hinter Gittern bleiben, in Hausarrest gehalten oder auf freien Fuß gesetzt werden wird, ist eine Entscheidung, die nur das Gericht treffen kann.

Die Vereinigten Staaten haben in den letzten Jahren eine Reihe von Schritten unternommen, um ihre strategische Partnerschaft mit der Türkei zu untergraben und eine starke und für beide Seiten fruchtbare Beziehung zu schwächen. Die Türkei spielte keine Rolle bei der Verschlechterung dieser Beziehung - außer zu versuchen, sie vor kurzsichtigen politischen Entscheidungsträgern in Washington zu retten, konsequent und wiederholt in gutem Glauben zu handeln und gleichzeitig ihre nationalen Interessen zu schützen.

Die Beziehung zwischen Ankara und Washington können gerettet und verbessert werden, wenn die US-Regierung die Sicherheitsbedenken der Türkei ernst nehmen. Die Türkei darf die Aktionen eines NATO-Verbündeten nicht ignorieren, wenn diese ihre nationale Sicherheit im In- und Ausland bedrohen. US-Präsident Trump mag gute Absichten bezüglich der Beziehungen zu Staatspräsident Erdogan und der Türkei haben. Dies kann sicherlich erwidert werden, wenn die Beziehungen auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Interesse beruhen. Eine bedrohliche Haltung gegen die Türkei wird nicht funktionieren, sondern den Beziehungen nur zusätzlich schaden. Die Trump-Administration kann sowohl gegen die US-YPG-Partnerschaft als auch gegen das FETÖ-Netzwerk in den USA administrative Schritte einleiten. Diese stellen keine komplizierten rechtlichen Probleme dar. Fakt ist, dass die Türkei niemals etwas außerhalb des legalen und legitimen Rahmens gefordert hat. Eine strategische Beziehung kann nicht auf den Anforderungen einer Seite basieren. Eine solche Beziehung muss auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit und auf gegenseitigem Respekt und Nutzen beruhen. Kein Verbündeter wird Handlungen eines anderen Verbündeten akzeptieren, um seinen nationalen Interessen zu schaden. Die Türkei hat weder mit Gruppen zusammengearbeitet noch solche Gruppen beherbergt, die den Interessen der USA schaden könnten und das erwartet sie auch von den USA.


Keyword: Ibrahim Kalin , USA

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