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Öko-Politik (2018-31)

Der zehnte Gipfel der BRICS-Staaten hat in Südafrika stattgefunden.

Öko-Politik (2018-31)

Prof. Dr. Erdal Tanas KARAGÖL

Der BRICS-Gipfel

 

Die BRICS-Gruppe, die aus den fünf größten Schwellenländern der Welt besteht, hat ihren zehnten Gipfel in Südafrika abgehalten. An dem Gipfel nahm auch Staatspräsident Erdogan teil, auf dem vom internationalen Handel über Investitionen bis zur globaler Zusammenarbeit und Finanzierungsdienstleistungen gesprochen wurde. Auf die BRICS-Staaten entfallen 23 Prozent der Weltwirtschaft und sie machen 18 Prozent des Welthandels aus, wodurch sie mit ihrer zunehmenden Bevölkerung und wachsenden Wirtschaft in der internationalen Wirtschaft immer mehr an Mitsprachrecht gewinnt. Aber was verspricht der BRICS-Gipfel den Schwellenländern in einer Zeit, wo der Handelskrieg die Agenda der Weltwirtschaft bestimmt und die Unsicherheiten über den künftigen Prozess von Tag zu Tag zunehmen?

 

Hierzu  eine Bewertung von Prof. Dr. Erdal Tanas KARAGÖL Lehrkraft der Wirtschaftswissenschaften an der politischen Fakultät der Yıldırım Beyazıt Universität.        

 

Das erste Treffen fand 2006 unter Beteiligung der Außenminister Brasiliens, Indiens, Russlands und Chinas im Rahmen der BRIC-Gruppe im Jahr 2009 zum ersten Mal auf Ebene der Regierungs- und Staatschefs statt. Dann im Jahr 2011 erhielt die Gruppe mit Beitritt Südafrikas den Namen BRICS.

 

Die wichtigsten Besonderheiten dieser fünf Länder sind, dass sie mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung mehr und fast 25 Prozent Weltwirtschaft umfasst. Die größte Volkswirtschaft unter den BRICS-Staaten ist China, während das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Russland ist. Zwischen diesen Ländern gibt es ein Handelsvolumen von mehr als 102 Milliarden Dollar.

 

Es ist auch erwähnenswert, dass diese Länder ein rasantes Bevölkerungswachstum und Energieressourcen haben. Mit anderen Worten, diese Länder haben heute mehr als eine Schnittstelle in der Welt hinsichtlich der Bevölkerungswachstumsrate und des steigenden Energiebedarfs. In diesem Zusammenhang können wir die Entscheidung, die "BRICS Energy Research Cooperation Platform" auf dem Gipfeltreffen zu gründen, in der Tat als wahrhaft trefflich bezeichnen.

 

Außerdem darf man nicht vergessen, dass sie eine hervorragende Leistung in Bezug auf Handels- und Energieressourcen und bei der Umsetzung des Projekts „Eine Generation, ein Straßenprojekt“ unter der Führung Chinas gezeigt haben. Eigentlich erhöhen solche Megaprojekte die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsländern und sind zugleich empfänglich für starke Allianzen.

 

Der erste Schritt der BRICS zu Finanzdienstleistungen ist die New Development Bank (NBD) gewesen, die sie im Jahr 2014 gegründet haben. Das Ziel der Gründung dieser Bank ist, die Mitgliedsländer eine finanziell zu unterstützen und ihnen Kapital zukommen zu lassen, wenn sie in irgendeiner finanziellen Schwierigkeit sind. Die Bank, die heute über 100 Milliarden Dollar Kapital verfügt, stellt den Mitgliedsländern Kredite zur Verfügung.

 

In der Abschlusserklärung des Gipfels wurde der Schwerpunkt auf die Bedeutung der transparenten Weltwirtschaft gelegt und die Unterstützung des multilateralen Handels gefordert. Eigentlich zielt es darauf ab, ein vertrauenswürdiges und berechenbares Handelssystem zu entwickeln, indem der multilaterale Handel angesichts des weitverbreiteten Protektionismus in der Weltwirtschaft weiter gestärkt wird.

 

Denn in diesem System, das mehr als eine Seite umfasst, nutzen die BRICS-Staaten ihr vorhandenes Handelspotenzial am effizientesten, und die Art und Weise, wie sie ihre Investitionsbeziehungen untereinander absichern, ermöglicht Handelssicherheit.

 

Die Zusammenarbeit und der Dialog zwischen den Mitgliedstaaten muss weiter ausgebaut werden, damit die BRICS-Gruppe der internationalen Wirtschaft, das Verständnis einer neue Ordnung verleihen kann. Und nicht nur die Mitgliedsländer. Es besteht jetzt Bedarf an Kontakten zu allen Schwellenländern und konkreten Vorstößen.

 

In dieser Konjunktur, in der sich das politische und wirtschaftliche Machtgleichgewicht verändert, muss unterstrichen werden, dass die Türkei sowohl aufgrund ihrer geopolitischen Lage als auch ihrer diplomatischen Beziehungen über eine Schlüsselrolle verfügt.

 

Die Türkei ist einer der aufstrebenden Volkswirtschaften in der Welt, deren Gesamtexport in die 5 BRICS-Mitgliedsländer sich auf  7,3 Milliarden Dollar und der Import auf 53,4 Milliarden Dollar beläuft. Der Ausbau der Beziehungen sowohl in der Wirtschafts- als auch in der Außenpolitik sowie in den bilateralen Beziehungen, wird die Türkei unter den Schwellenländern in den Vordergrund rücken.

 

 



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