Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-32)

Die Beziehungen zwischen der Türkei und China.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-32)

Vergangene Woche war der 47. Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkischen Republik und der Volksrepublik China. Heute wollen wir die türkisch-chinesischen Beziehungen in die Hand nehmen.

Eine Bewertung von Dr. Cemil Doğaç Ipek, Lehrkraft an der Atatürk Universität.

Die Türkei und China haben in 1971 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wurde ab den 1980er Jahren beschleunigt, wo sich beide Länder sowohl politisch, als auch wirtschaftlich nach Außen öffneten.

In 2010 unterzeichneten die Türkei und China das Abkommen zur strategischen Zusammenarbeit. Somit wurden ab 2010 gegenseitige Besuche auf hochrangiger Ebene verwirklicht und die Beziehungen rasch ausgebaut. Es kann aber nicht gesagt werden, dass die Beziehungen mit einer strategischen Planung geführt wurden. Die zunehmenden wirtschaftlichen Beziehungen wirken sich positiv auf die türkische Wirtschaft aus. Aber das Außenhandelsdefizit der Türkei an China wächst von Jahr zu Jahr. Während die Türkei in 2016 aus China Importe im Wert von 25,4 Milliarden Dollar verwirklichte, beträgt der Export der Türkei an China 2,4 Milliarden Dollar.

Für eine Nachhaltigkeit der türkisch-chinesischen Beziehungen sind in der Türkei noch mehr direkte chinesische Investitionen erforderlich. In diesem Zusammenhang wurden in 2017 während den Offiziellen Kontakten von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und der Delegation in seiner Begleitung zwischen türkischen und chinesischen Firmen verschiedene Abkommen zur gemeinsamen Entwicklung von Technologie unterzeichnet. In den letzten zwei Jahren findet zwischen chinesischen und türkischen Staatsmännern ein intensiver Austausch statt. Staatspräsident Erdoğan nahm im Mai 2017 in China an dem „Belt and Road“ Forum teil. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu stattete im Vorfeld des ASEAN-Gipfels im August 2017 China einen offiziellen Besuch ab.

In den vergangenen Tagen nahm Staatspräsident Erdoğan als Ratspräsident der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, OIC am 10. Gipfeltreffen der BRICS-Staaten teil. Erdoğan traf am Rande des Gipfels in Südafrika mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zu einem Gespräch zusammen.

Gegenwärtig will die Türkei die Alternativen in der Außenpolitik vervielfältigen. An dieser Stelle messen türkische und chinesische Staats- und Regierungschefs dem Ausbau der gegenseitigen Beziehungen große Bedeutung bei. Chinesische Staatsmänner betrachten die Türkei als ein Machtzentrum in Nahost. Im Rahmen des Projektes „Belt and Road“ wird die Türkei als ein Land mit einer Schlüsselrolle betrachtet. Türkische Funktionäre gehen davon aus, dass die Initiative, „Mittlerer Korridor“ in Harmonie mit dem Projekt „Belt and Road“ ist. Denn beide Länder wollen die historische Seidenstraße wiederbeleben. Die Türkei befindet sich auf der Route zwischen China und Europa, was zum Vorteil von China ist. Denn die Türkei kann eine Brückenrolle China und Europa übernehmen. China ist nach Deutschland der zweitgrößte Handelspartner der Türkei. Die Türkei befindet sich auf der Exportliste von China auf dem 19. Platz.

Es sollte keine Überraschung sein, wenn China in der Außenpolitik aktiver wird und sich behauptet. Denn Xi Jinping hatte in seiner Rede am 18. Oktober 2017 auf die Identität von China als eine große Macht verwiesen. Außerdem sei für China, als eine zivilisierte Macht, die Zeit für eine Auferstehung gekommen. Die kommunistische Partei Chinas bereitet sich mit einem Beschluss beim 19. Kongress auf einen großen Sprung vor.

Während die Türkei einige Probleme mit den westlichen Verbündeten wie die USA und der Europäischen Union erlebt, baut sie ihre Beziehungen mit der Shanghaier Kooperationsorganisation aus. Das kann zum Ausbau der türkisch-chinesischen Projekte führen. Es ist für die Türkei eine attraktive Alternative, die politischen und militärischen Beziehungen auszubauen. Die Uigur Türken bilden einen kritischen Bestandteil der Beziehungen zwischen China und der Türkei. Wie es einem großen Staat entspricht, sollte China im Lichte der sich entwickelnden Beziehungen mit der Türkei nun den Druck auf die Uigur-Türken verringern. Wenn China diesen Schritt setzt und die bilateralen Beziehungen noch schneller ausgebaut werden, können Uigur-Türken eine Schlüsselrolle zwischen beiden Ländern spielen.



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