Türkei Agenda (2018-32)

Als ich gewann war ich Deutscher, als ich verlor wurde ich Migrant.

Türkei Agenda (2018-32)

In Europa steigt Rassismus und Islamphobie stetig an. In Deutschland beobachtet man einen Trend der an den Nationalsozialismus erinnert. Der Skandal um Mesut Özil und sein Austritt aus der deutschen National Mannschaft zeigen wie weit Rassismus und Islamphobie sich in Deutschland entwickelt haben.

 

 

Eine Bewertung von Can Acun, Forscher der Stiftung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsforschungen (SETA).

 

Das gemeinsame Foto von Staatspraesident Erdoğan mit Mesut Özil im Rahmen seiner England-Visite wurde von den deutschen Medien und den Politikern in Deutschland  im Vorfeld der Fußball-WM zu einer großen Krise. Özil, der  seit 2010 öfter mit Staatspräsident Erdoğan zusammengekommen war, wurde Ziel rassistischer Angriffe. Mesut Özil, der Star der deutschen Nationalmannschaft wurde rassistisch beleidigt und bedroht. Özil, der gegenüber den Beleidigungen und Bedrohungen das Schweigen bevorzugte, widersetzte sich der Forderung des Fußballverband - Präsidenten Reinhard Grindel und entschuldigte sich nicht für das gemeinsame Foto mit Staatspräsident Erdoğan. Nach der Ausscheidung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aus der Fußball-Weltmeisterschaft brachten alle deutschen Medien diese Nachricht gemeinsam mit dem Foto von Mesut Özil. Dass Fußballverbands-Präsident, Reinhard Grindel, Mesut Özil für die Ausscheidung des deutschen Teams verantwortlich machte brachte das Fass zum Überlaufen. Letztendlich war Mesut Özil schon vor dem Foto mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan wegen seiner Fotos bei seiner Umre-Pilgerfahrt Ziel rassistischer Angriffe geworden. Mesut Özil brach sein Schweigen und veröffentlichte ein dreiteiliges Manifest. Das Manifest, das Özil über Twitter auf Englisch veröffentlichte zeigte ganz offen den Punkt den Rassismus und Islamphobie in Deutschland erreicht hat:

„Als ich gewann war ich Deutscher und als ich verlor war ich Migrant.“

Mesut Özil wurde mit dem Manifest eigentlich zum Muhammed Ali des Fußballs. Mesut Özil, der Deutschland und den deutschen Fußballverband scharf kritisierte wurde gleichzeitig zur Stimme der türkischen und muslimischen Minderheit. In seinem Manifest unterstreicht Özil den Rassismus in Deutschland unter Betonung seiner Liebe zur Türkei und zu Deutschland. Die Verteidigung von Özil für das Foto mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und seine Schilderung des offenen Rassismus, dem er ausgesetzt ist, ist gleichzeitig ein Sprachrohr für die Gefühle und Gedanken der Türken in Deutschland. So haben die Türken in Deutschland Mesut Özil in den sozialen Medien als einen Held gefeiert. Auch wenn das Manifest von Özil ein Sprachrohr für die Türken und Muslime in Deutschland geworden ist, ist es von großer Bedeutung warum ein Fußballer und nicht ein Abgeordneter die Gefühle und Gedanken der Türken und Muslime vertritt. Dass die türkischstämmigen Abgeordneten des deutschen Bundestages und die politischen Parteien in Deutschland die türkische und muslimische Minderheit nicht vertreten und sich mit deren Problemen nicht befassen ist ein großes Problem für Deutschland. Auf der einen Seite steigender Rassismus und Islamphobie und auf der anderen Seite kein einziger Abgeordneter, der die Interessen der Türken und Muslime in Deutschland vertritt. Aufgrund dieses Widerspruchs muss die Türkei in Deutschland zum Schutz der Rechte der Türken und Muslime eine noch effektivere und aktivere Politik in Deutschland verfolgen, um diese zu ermutigen damit noch mehr Mesut Özils die Realität in Deutschland aufdecken. Andernfalls werden Türken und Muslime in Deutschland immer mehr Opfer des Rassismus und der Islamphobie.                             



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