Türkei Agenda (2018-43)

Der Fall Jamal Khashoggi

Türkei Agenda (2018-43)

Eine Bewertung von Can Acun, Forscher der Stiftung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsforschungen (SETA).

 

Nachdem der Journalist der Washington Post, Jamal Khashoggi, der am 2. Oktober für offizielle Amtsgeschäfte für die Eheschließung das saudische Generalkonsulat in Istanbul betrat das Konsulat nicht verließ, hatte seine Verlobte Hatice Cengiz die türkischen Zuständigen verständigt, worauf eine weit angelegte Operation eingeleitet wurde, um Khashoggi zu finden. Im Fall Khashoggi, der von der Weltpresse aus der Nähe verfolgt wird, musste die saudische Führung aufgrund der Beweislage durch türkische Ermittler die Erklärungen zu Khashoggi ändern. Zuerst hatte die saudische Seite behauptet, Khashoggi habe das Konsulat verlassen, ohne diesbezüglich Beweise vorzulegen weil angeblich keine Kameraaufnahmen vorhanden waren.

Die saudische Führung hatte das 15 köpfige Mordkommando, das nach Istanbul gekommen war, zuerst als Touristen-Delegation präsentiert und dann später den Mord zugegeben und die 15 Personen sowie weitere 3 Personen, die im Konsulat tätig waren, festgenommen. Auch wenn nachdem Telefonat von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan mit dem saudischen König Salman die saudische Seite behauptete, Khashoggi sei bei einer Schlägerei im Konsulat ums Leben gekommen, zeigen Videoaufnahmen in den ein Double das Konsulat verlässt und andere Erkenntnisse, dass ein geplanter Mord stattfand. Zuerst hat Saudi Arabien den Mord dementiert. Nachdem die Verlobte von Khashoggi, Hatice Cengiz, vor dem Konsulat auf Khashoggi gewartet hatte und nach einer Weile die Sicherheitskräfte benachrichtigte und bei den anschließenden Ermittlungen wichtige Beweise eingesammelt wurden, veränderte sich der weitere Verlauf des Falls Khashoggi. Die Saudis haben lange Zeit einen Mord abgestritten, doch die Fähigkeit der Türkei den Fall leiten zu können und der Druck durch die Involvierung der Weltpresse haben die Saudis zum Umlenken gezwungen. Den Mord, den sie zuerst abgestritten haben, versuchten sie dann mit alternativen Szenarien zu bewältigen. Doch ihre jetzige Behauptung ist weder von der Türkei noch von der Weltöffentlichkeit akzeptiert worden. Die Erkenntnisse, die Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan in seiner Rede offenbart hat, zeigen, dass dieser Mord geplant war. Der saudische Zuständige in Istanbul war zu Planungen zuerst nach Riad gereist, dann das 15 köpfige Kommando mit einem Gerichtsmediziner, die Auskundungen in Yalova und im Belgrad Wald, sind sehr wichtige Hinweise. Die von der Türkei ermittelten Beweise und die saudischen Behauptungen stehen im Widerspruch zueinander. Mit zunehmenden Druck auf Saudi Arabien durchführt die saudische Führung verschiedene Manöver. Die Saudis bemühen sich darum Mohammed Bin Salman außerhalb des Prozesses und der Verantwortung zu halten. Im Bewusstsein dieser Tatsache hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan in seiner Rede König Salman und Mohammed Bin Salman getrennt und König Selman einen Ausweg ohne Mohammed Bin Salman gezeigt. Saudischen Quellen zufolge hatte Mohammed Bin Salman bereits vor dem Mord Jamal Khashoggi zum persönlichen Ziel genommen. Bereits früher hatte es Versuche gegeben Khashoggi zum Schweigen zu bringen. Der saudische Geheimdienstchef Asiri hatte beim Gespräch mit Khashoggi diesen versucht zur Rückkehr zu bewegen.  Mit der strategischen Führung des Prozesses ist der internationale Druck auf Saudi Arabien gestiegen. Während in den USA vor allem das Weiße Haus sich darum bemüht, Mohammed Bin Salman außerhalb der Ereignisse zu halten, wird durch die Haltung des US-Senats und der türkischen Beweislage der Kreis um Mohammed Bin Selman immer kleiner. Zuletzt hat Donald Trump sein Vertrauen in König Selam zum Ausdruck gebracht und damit gleichzeitig angedeutet, dass der Prinz dort die Fäden zieht und gehen müsse.

Im weiteren Prozess werden neue von der Türkei ermittelte Beweise und die Präsentation der vorhandenen Erkenntnisse die Position das saudischen Kronprinzen weiter in Gefahr bringen, der seine Macht von seinem Vater und aus dem Ausland erhält, und nun kurz davor steht diese Unterstützung zu verlieren.   



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